L.

du bist so unfassbar, so unfassbar schön und es tut so unfassbar gut dich zu sehen.
ein einzieger blick – blau und klar
türen zu – und jetzt lauf, ganz lange bergauf
egal nur weg, weg von hier!
mit dem pappschild in der hand
-wohin soll es diesmal geh‘n?
vielleicht zurück und dann doch noch für drei,
für drei euro ’ne kugel eis?

will welten spühren, dich berühren,
schlafen unter freiem firmament..
immer weiter weg, ich will immer mehr.
mehr seh‘n, im meer stehn‘.
ein einzieger blick, ein einzieger augenblick – blau, klar und schön.

L. behalt es bitte für dich ich sags nicht laut aber:
L. ich liebe dich.

An Thomas (L.D.) (Vorsicht, Trigger)

Hey,

ich weiß gar nicht wie ich beginnen soll. ich weiß ja selbst noch nicht was ich eigentlich denken soll. ich weiß nur, dass es sich momentan alles komisch anfühlt.
weißt du noch als wir nachts neben einander im bett lagen und über dich und deine exfreundin J. sprachen? su sagtes ihr versucht jetzt wieder freunde zu sein. weil eine beziehung ja nicht klappt. weil sie sich nicht ändert. aber das ihr beide im grunde noch gefühle für einander habt, es aber nicht funtionieren wird…
ich lag da und habe mich abgespalten. egal habe ich mir gedacht. egal, alles ist so wie immer.
ich wiederholte was ich verstanden hatte „du sagst es klappt nicht weil sie sich nicht ändert. aber würde sie dir versprechen es würde nun alles anders werden und sie würde sich bemühen…. dann würdest du es wieder versuchen. weil du sie immer noch liebst“ du hast nichts gesagt. auch eine antwort.
„und wenn du ehrlich bist, dann müsstest du zugeben, dass ich nur ein lückenfüller bin.“
nein hast du gesagt „nein du bist nicht nur ein lückenfüller“
ach komm schon, habe ich mir gedacht. sag es mir doch einfach ins gesicht. die wahrheit ist hart. ja und? ich kann damit leben. aber tu nicht so als ob.
du warst jetzt einige Tage weg und ich habe mir einige dinge durch den kopf gehen lassen.
weißt du, es ist so. es wäre etwas anderes wenn ihr poly zusammen wärt und sie cool wäre. dann wäre alles gut. aber das ist nicht so.
es ist so ein schwebezustand und insofern ich dich richtig verstanden habe, dann sieht die lange ja so aus:
sie würde gerade zu allem ja sagen. das hast du gesagt. das heißt du müsstest dich jetzt entweder für einen neuen versuch oder dagegen entscheiden. j. käme nicht mit mir nebenbei klar. ich käme damit vielleicht auch nicht klar.
ich will keine drama. ich bin nicht drama laila.
aber auch ich habe das bedürfnis geschäzt zu werden und ich will nicht, dass du neben mir liegst und dir dabei wünschst ich wäre jemand anderes.
denn dann wünsche ich mir auch ich wäre jemand anderes und das ist kein gutes gefühl.
mir ist es einfach wichtig, dass du uns trennst. da bin ich und da ist sie. zwischen uns gibt es eine grenze.
ich glaube du denkst ich wäre kalt. aber das stimmt nicht. ich raste oft genug aus. innerlich. und du sollst lieber nicht wissen wie ich diese dinge mit mir selbst aus mache.

ich lebe im schatten. in der nacht. ich bin ein kind der nacht. ein gebranntes kind. viel zu viele narben, viel zu viele wunden. fass mich nicht an. sieh nicht genau hin. ich sehe furchtbar aus. entstellt. zerbrochen, verwundet. komm mir nicht zu nah. verletz mich nicht. nicht schon wieder. nicht noch eine wunde mehr. keine weitere narbe. das halte ich nicht aus. also bleib auf distanz. das ist besser. für mich und wahrscheinlich auch für dich, du könntest mein leid nicht tragen.
ich kann dir so vieles nicht sagen. oder könntest du je wieder mit mir schlafen wenn du alles von mir wüsstest?
oder müsstest du an das kleine mädchen denken das ich einmal war? an das kleine mädchen das den widerlichen schwanz ihres eigenen vaters im mund hatte? an das mädchen das an die klebsterne an der decke gestarrt hat während er gestreichelt hat. ganz lange, den ganzen körper. bis er zwischen den beinen angekommen war. Ins gesicht gewixxt. stille. dann immer wieder geschlagen. überall. „was hast du da getan! du nutte! du dreckige nutte! sieh wie dreckig du bist!“ überall ist der dreck. in mir. auf mir. alle können ihn sehn. und ich kann ihn noch heute spühren.
manchmal war er auch anders. dann sah er mich ganz traurig an, strich mir über das haar.. „ich liebe dich so sehr meine kleine. das geht nur uns zwei was an. das ist unsere kleine geheime welt“

kann ich dir das sagen? könntest du das aushalten? ich kann es ja auch nicht aushalten. ich muss kotzen.

Childhood

Flashback.
8 Jahre oder vielleicht auch 9.
Heißer Tag, ich glaube es war Sommer
Im geleben T-Shirt und kurzer Jeans
Hochgestreckt auf Zähenspitzen stehend.
Im Badezimmer vor dem Spiegelschränkchen.
Ungeschickte kleine Hände.
Der rote Lippenstift mehr im Gesicht als auf dem Kindermund.
Leere Augen starren leere Augen an.
Mama kommt rein und schreit.
„du siehst wie eine Nutte aus.“
Kinderaugen werden groß und wollen weinen.
Das hat Papa auch immer gesagt.
endlos Schleife im Kopf
„du Nutte, du dreckige Nutte….“
Kleines Mädchen sieht sich an
und glaubt den Worten die es nicht so recht versteht.

Diese Gefühle die ich damals hatte lassen sich nicht in Worte fassen.
Ich könnte sagen es war die Hölle. Aber was ist die Hölle? Was soll man sich denn darunter vorstellen?
Denk an das schlimmste was du dir vorstellen kannst und multipliziere es mit 10 000, dann bist du ein Stück näher dran.
Dieses Gefühl, diese Angst, diese Wut, dieser Hass hat sich so sehr in meinen Körper gefressen, dass er Teil meines Körper wurde. Oft habe ich das Gefühl ich bin nur eine Anhäufung von all dem.
Es ist nichts von mir übrig geblieben. Einfach nichts.